Wir Ratten benötigen, wie andere Nager auch, einen Käfig, in dem wir leben können. Damit wir wunschlos glücklich sind und unser Dasein nicht zur Quälerei wird, sind jedoch ein paar grundlegende Dinge von Bedeutung.

Diese wollen wir Euch an dieser Stelle vorstellen.

Standort

Auch der STANDORT unseres Heims sollte gut überlegt sein. Er sollte ruhig, warm und vor allem vor Zugluft geschützt sein, da sonst schnell eine Erkältung droht. Auch sollte das Heim nicht auf dem Boden stehen, da wir als Beutetiere lieber in höhere Regionen flüchten und uns dort sicherer fühlen.

Wir sind sehr neugierig und bekommen gerne mit, was unser Frauchen/Herrchen so anstellt. Deswegen ist ein guter Platz dort, wo Ihr Euch sehr oft aufhaltet.

Käfiggröße

Die GRÖSSE des zukünftigen Heimes ist uns Ratten sehr wichtig.

Dieses sollte die Mindestmaße (B80cm T50cm H80cm) nicht unterschreiten. Ganz besonders die Höhe sollte Beachtung finden, da wir Ratten sehr gern klettern. Je größer und höher der Käfig ist, desto mehr Freiraum gibt es für die Innenarchitekten (Frauchen/Herrchen) zum Austoben ihrer Bastelideen und für uns um so mehr Kletter- Spiel-, Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten.

Wichtig ist auch zu erwähnen, dass die Käfiggröße der Anzahl der Tiere angepasst werden sollte. Ein Heim, das für 3 Ratten ideal ist, ist für 6 oder mehr Ratten eindeutig zu wenig.

Unser UNIDOM hat die Maße: B180cm x T56cm x H126cm (9 Etagen). Insgesamt könnten bei dieser Größe etwa 14 Tiere problemlos darin wohnen.

Wenn Ihr eine aktuelle Richtlinie wollt, ob Euer Käfig geeignet ist und wenn ja, für wieviele Tiere, so könnt Ihr dies zum Beispiel mit Hilfe des CageCalc ermitteln. Aber vergesst bitte nicht, dass ein großer Käfig unseren täglichen Auslauf nicht ersetzt.

Etagen

Bevor man die Behausung mit Leben (also mit uns) füllen kann, sollte sie gut eingerichtet werden. Als erstes müssen also ETAGEN hinein. Diese sollten so gewählt sein, dass wir uns noch aufrecht hinstellen können. Dies muss allerdings nicht bei jeder Etage gegeben sein (z. Bsp.: bei überlappenden Etagen), sollte aber dennoch überwiegen. Etagen kann man auf die unterschiedlichsten Weisen zusammenstellen: komplette Etagen (Durchgänge durch eingesägte Löcher), überlappte Etagen, eine Mischung aus beiden, kleinere Etagen als Möglichkeit, um auf größere Etagen zu gelangen, etc …

Als Etagen haben sich bei uns bisher Regalböden bewährt. Diese sind schon beschichtet und man spart sich das Bekleben (Klebefolie) oder Bestreichen (mit kindersicherem Lack) von unbehandelten (dafür aber durchaus dünneren und leichteren) Holzplatten. Aber auch das ist möglich. Außerdem gibt es Plastiketagen im Handel zu kaufen (ist aber sicher nicht die billigste Lösung).

Was den Ausbau des Heimes angeht, so sind Euch nur durch Eure Phantasie Grenzen gesetzt. Nun gilt es die Etagen mit Leitern, Röhren jeglicher Art, Seilen, Rampen, etc zu verbinden, so dass jede Etage problemlos erreicht werden kann. Dabei sollte man vielleicht schon darauf achten, dass der Käfig altengerecht eingerichtet wird (sprich, dass sich auch eine alte Ratte noch gut bewegen kann). Man kann aber auch ohne Probleme später noch Leitern durch Rampen ersetzen (oder ähnliches). Des weiteren sollten beim Bau Absturzsicherungen eingebaut werden. Schon ein Sturz aus ca. 30 cm Höhe kann Verletzungen hervorrufen. Deswegen sollten größere Fallbereiche z. Bsp. durch Hängematten oder andere Dinge sicher gemacht werden.

Fress- und Trinkplätze

FRESS- UND TRINKPLATZ sollten gut ausgewählt sein und nicht jede Woche geändert werden.

Wir bekommen unser Futter ganz unten, da Frauchen früher die Erfahrung machen musste, dass wir die ganzen leeren Schalen aus dem Käfig warfen. Das Zimmer sah dann jeden Morgen dementsprechend aus. Gleichzeitig werden wir aber so gezwungen, uns ein wenig zu bewegen, denn so müssen wir vom Schlafbereich, der sich ganz oben befindet, nach ganz unten klettern. Diesen kleinen Vorteil wollte sie auch weiterhin nutzen.

Trinkflaschen haben wir jedoch mehrere im Käfig. So finden wir schnell eine Wasserstelle und müssen nicht erst durch den ganzen Käfig rennen. Dies ist gerade im Sommer wichtig.

Schlafplatz

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind unsere SCHLAFPLÄTZE. Sie sollten sich vor allem auf die oberen Etage konzentrieren, da sich Ratten als Beutetiere in höheren Lagen sicherer fühlen. (Wer das nicht glaubt, kann das ja kurz ausprobieren, in dem er auf jeder Etage etwas zum Schlafen hinstellt und sieht, was benutzt wird. Und um dann noch sicher zu gehen, dass es nicht gerade zufällig der bequemste Platz von allen war, kann man ja die Schlafplätze tauschen.)

Außerdem sollten ausreichend Schlafmöglichkeiten angeboten werden – so dass jeder die Möglichkeit hat, auch mal allein zu schlafen.

Als Schlafplätze bieten sich an: Häuschen, Hängematten, Höhlen, Kisten jeder Art oder Blumentöpfe, etc …

Einrichtung

Als weitere EINRICHTUNGSGEGENSTÄNDE können u. a., wie schon erwähnt, Leitern, Röhren jeglicher Art, Seile und Rampen benutzt werden, aber auch Weidenkörbe, Holzstämme (möglichst nur von Obstbäumen und gut reinigen), Tongefäße jeglicher Art (gut sichern), Kisten (Karton, Plastik), Toiletten, Häuschen (Holz oder Plastik), Hängematten, etc.

Dabei muss es nicht einmal das teure Zubehör aus der Zoofachhandlung sein. Dort kann man sich inspirieren und im Baumarkt dann seiner Phantasie und Kreativität freien Lauf lassen…

Schaut Euch einfach mal beim nächsten Einkauf um! Es gibt so viele Sachen, die man für uns zweckentfremden kann, und die uns viiiiel Freude bereiten.

Wir möchten Euch an dieser Stelle aber auch noch darauf hinweisen, dass wir KEINE Laufräder in unseren Käfigen brauchen oder wollen. Diese stellen nur ein Verletzungsrisiko dar, da sich unsere langen Schwänze dort schnell einklemmen können bzw. durch das „Biegen“ auch brechen können. Bewegung macht eh mehr Spaß, wenn wir durch den Käfig klettern können oder im Freilauf sind. Dort tobt es sich viel besser aus.

Toiletten

Wir Ratten sind sehr „reinlich“. Wer seine Ratte (von klein an) daran gewöhnt, die TOILETTE zu nutzen, wird weniger Probleme mit Kot haben. Allerdings werden nicht alle Ratten „stubenrein“. Aber einen Versuch ist es wert.

Auch wenn Ratten das Klo nutzen, werden viele (wir inklusive) wahrscheinlich den Schlafplatz als Toilette umfunktionieren, weil es einfach zu mühselig ist, während des Schlafens aufs Klo zu gehen. (Deswegen sollten Schlafplätze aller 1-2 Tage frisch gemacht werden.)

Als Füllung können nicht klumpendende Katzenstreu, aber auch Vogelsand, Streu oder ähnliches genutzt werden.

Man sollte nur darauf achten, dass es wenig staubt und nicht klumpt. Da Ratten gern alles probieren, fressen sie auch die Streu im Klo. Klumpstreu würde auch im Magen verklumpen und kann zum Tod führen.

Einstreu

Nun kommen wir zu einem viel diskutierten Thema: die EINSTREU. Genutzt werden u.a. übliche Kleintierstreu, Hanfeinstreu, Holzpellets, Zeitungen, Teppiche, etc …

Nachdem für uns die Kleintierstreu weg fiel, da Tony damals allergisch darauf reagierte, testeten wir eine Katzenstreu. Diese wurde aber nur auf dem Boden der Voliere ausgelegt, auf allen anderen Etagen wäre diese über Nacht auf dem Teppichboden gelandet. So erhielten alle übrigen Etagen Zeitungen, die zum Teil durch Einrichtungsgegenstände festgehalten wurden. Doch auch dies schien Frauchen keine gute Lösung, da sie so fast jeden Tag die Zeitungen hätte auswechseln müssen, da es schnell stank. Sie waren nicht saugfähig und schnell zerrissen, so dass am Ende trotzdem alles auf den bloßen Brettern lag. Also probierte sie es damals mit Teppichen. Diese saugten den Urin sehr gut  auf und es roch weniger. Der einzige Nachteil an Teppich war, dass wir unsere Zehen nicht mehr beim Laufen abwetzen konnten. Aber dafür gab es Alternativen, wie zum Beispiel eine umgedrehte Fliese, die im Sommer sehr kühlend ist.

Während früher durch das offene Käfiggitter viele Einstreu-Möglichkeiten wegfielen, da sie schnell auf dem Fußboden landeten, haben wir dank des UNIDOMS nun auch Gelegenheit in den höheren Etagen zu experimentieren.

Auf Heu und Stroh verzichtete unser Frauchen früher, da sie schon oft gehört hat, dass man sich dadurch Milben ins Haus schleppen kann. Außerdem hat sie Heuschnupfen und sie weiß ja auch nicht, wie wir darauf reagieren. Allerdings hatten Lisa und Bart Heu und Stroh in ihren Käfigen und sie mochten es, sich darin zu verkriechen. Deswegen werden wir wohl nun auch in Zukunft das ein oder andere Heunest bekommen…

Der UNIDOM war anfangs auch mit Teppich ausgelegt, aber seit unserem Umzug probieren wir es mit Zeitung und das klappt erstaunlicher Weise ganz gut. Klopapier, Küchenrolle, Servietten und Papierhandtücher runden das ganze dann ab und eignen sich ervorragend zum Nestbau.

Welche Streu für Euch das richtige ist, könnt Ihr nur durch Probieren herausfinden.